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09.07.2008, 17:33
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dj's kleine Computerlehre...Heute: Der Emule-Server im Eigenbau
Der Emule-Server im Eigenbau
Fangen wir erstmal mit einer ganz einfachen Frage an: Wozu brauche ich einen Emule-Server zu Hause?
Ganz einfach: Um Strom zu sparen, was bei den aktuellen Energie-Preisen sehr erstrebenswert sein sollte, wenn man nicht gerade ein eigenes AKW im Garten stehen hat. Ein weiterer Vorteil ist gerade für die etwas jüngeren unter uns und für Leute mit kleinen Wohnungen die Lautstärke. Denn wenn auf einem durchschnittlichen (Spiele)PC Emule läuft muss dieser Prinzipbedingt rund um die Uhr laufen, wenn man eine akzeptable Downloadgeschwindigkeit erreichen will. Das schlägt auf der Stromrechnung ein und auch in den Nerven, wenn man gezwungener Maßen im gleichen Raum schlafen möchte. Ferner geht Emule nicht gerade sparsam mit Arbeitsspeicher, Prozzessorleistung und Festplattenzugriffen um, was gerade auf langsameren System die zum spielen genutzt werden sehr stark an der Performance zieht.
Was liegt also nicht näher, als sich einen kleinen zweiten Rechner daneben zu stellen, der in aller Ruhe rund um die Uhr laufen kann und dabei sowohl Stromsparender und leiser als ein großer PC ist?
Nicht viel, außer der Preis für die Anschaffung, denn unser Server kann noch mehr als nur Emule laufen lassen, dazu aber später.
Zuerst überlegen wir einmal was wir brauchen, bzw was unser Server können soll und was er bieten muss:
-sehr geringe Lautstärke
-Stabilität
-wenig Rechenleistung (wozu auch????)
-viel Speicherplatz
-billig
-sehr geringer Stromverbrauch
Hardware
in Daten ausgedrückt:
-<1 Sone
-1Gigabyte Ram
-Sparsamer Prozessor mit passiv-Cooler
-500 Gigabyte HDD
-PSU max 400W & 80% Wirkungsgrad
-Mainboard mit LAN, VGA und S-ATA-2
-Gehäuse
-Silent-Lüfter für PSU-Mod
-geschätzter Stromverbrauch unter Volllast: max 50W im Idle weniger als 40W
-und das ganze am Besten für 300€....
Geht nicht? Geht sogar beim relativ teuren Versandhandel von Alternate:
Die einzelnen Bauteile:
CPU: Intel Celeron S420 ->1,6GHz|max TDP@35W|und weniger als 30€ (Vergleichbare Modelle von AMD gibt es leider nicht, dort haben alle CPU's weniger Leistung und in eigentlich allen Fällen eine höhere Verlustleistung bzw kosten bei gleicher Leistung und höherer TDP einfach mehr)
Mainboard: AsRock Conroe1333-667 ->4xRAM|VGA|LAN|4xS-ATA2|RAID (mehr Geld auszugeben lohnt nicht, denn das Board hat alles was wir brauchen. Das Onboard-LAN erspart uns übrigens eine extra Grafikkarte, die sowohl mehr Anschaffungskosten als auch Stromverbrauch bedeuten würde)
RAM: 2x512MByte DDR-2 667 ->2 Riegel um Dualchannelbetrieb zu ermöglichen, wodurch sich die verfügbare Speicherbandbreite verdoppelt ohne schnelleren Speicher zu kaufen
Gehäuse: Billig-Tower ->Wir wollen keinen Case-Mod-Wettbewerb gewinnen sondern nur eine Halterung für unsere Hardware
Optisches Laufwerk: DVD-Laufwerk -> Falls doch mal Vista oder ein größeres Linux drauf soll^^ (Brennen müssen wir nicht, dazu hat der Server LAN)
HDD: 500GByte S-ATA2 ->Der Hersteller ist Relativ egal, hauptsache billig( Samsung und Western bieten sich an, aber bei HDDs hat jeder seine eigenen Vorlieben)
PSU: 350W Silverstone ->120mm Fan & 80% Effizienz (Beim Netzteil sind mehre Sachen zu beachten: Die Effizienz sollte mindestens 80% betragen, da wir ja energie sparen wollen und nicht in der PSU in Hitze umwandeln wollen. Ferner sollte das Netzteil in etwa der doppelten TDP des Gesammt-PC entsprechen, da bei 50% Belastung die meisten PSU's am effizientesten sind! Von billig und noname PSU's rate ich generell ab! Der große Lüfter hängt mit 2 Sachen zusammen: Der Lautstärke->passive CPU-Kühlung und lärmende PSU??? Die Gehäuse-Entlüftung->Unser Rechner erzeugt so wenig Wärme, das ein Gehäuselüfter überflüssig wird)
CPU-Cooler: Thermaltake Sonic Tower ->Passiv (wo kein Lüfter da kein Lärm! Außerdem hat unsere CPU eine so niedrige TDP, das sie höchstens im Sommer mal über 45° warm werden wird)
HDD-Cooler: EKL Rodler ->Entkoppeln und Kühlen (eher zur Entkopplung gedacht, allerdings schadet ein wenig Kühlung einer HDD auch nicht wirklich, im Gegenteil)
PSU-Fan: Noctua ->120mm|max 8dbA (Ultra-leiser Lüfter, welchen wir später einfach ins Netzteil einbauen werden, damit unser Rechner auch wirklich leise ist)
Die Bauteile müssen natürlich nicht bei Alternate bestellt werden, man kann sich auch per Preissuchmaschine die Sachen bei einem billigeren Händler kaufen.
Zur Leistung des Servers: Grundlegend soll auf dem Server nur Emule laufen, dazu reichen 1.6GHz und 1Gigabyte RAM völlig. Selbst wenn man später noch mehr Anwendungen laufen lassen will, reicht die Konfiguration für die meisten aufgaben völlig aus. Die große HDD reicht auch noch für durchschnittliche Sauger, wem es nicht reichen sollte, eine weitere 500GByte HDD kostet aktuell nur 60€.
Beispiele für zusätzliche Anwendungen:
-Gameserver
-Webserver
-Firewall
-Netzwerkspeicher
-HTPC(mit Einschränkung, da weder HDMI(incl. HDCP) noch eine TV-Karte vorhanden sind. Natürlich lässt sich beides mit Steckkarten nachrüsten(TV-Karte auf PCI & PCI-X Graka mit DVI/HDMI)
Für längere Spiele-Sessions ist der Server natürlich völlig ungeeignet, wenn man etwas anspruchsvolleres als Solitär spielen möchte.
Die Einzelheiten zum Zusammenbau spare ich mir, da bietet Google ausreichend Hilfe in Form von 1000enden Tutorials. Einzig aufs Netzteil möchte ich kurz eingehen:
Wie tauscht man den Netzteillüfter???
Wenn man den Lüfter in der PSU tauscht, erlischt die Garantie!
Vor der Arbeit muss das Netzteil aus dem Gehäuse ausgebaut werden und Kabel, vor allem das Netzkabel entfernt werden! LEBENSGEFAHR
Um den Lüfter auszutauschen, öffnet man einfach das Netzteil indem man alle Schrauben entfernt und den Deckel abnimmt. Jetzt löst man alle 4 Schrauben die den Lüfter halten. Wenn dies getan ist. schneidet man das Kabel des Lüfters möglichst nahe am Lüfter ab. Das gleiche machen wir auch mit unserem neuen Lüfter: wir schneiden den Stecker so ab, dass uns möglichst viel Kabel am Lüfter erhalten bleibt.
Jetzt nehmen wir eine Lüsterklemme und verbinden die beiden Kabelenden, Rot zu Rot und Schwarz zu Schwarz. Das Gelbe Kabel unseres neuen Lüfters kleben wir am besten mit einem Stück Klebe- oder Isolierband ab, das brauchen wir nicht.
Jetzt verschrauben wir den neuen Lüfter mit dem Netzteil so, das die offene Seite des Lüfters am Lüftergitter sitzt, da unser Lüfter sonst später keine Luft durch die PSU drücket, sondern sie ins Gehäuse ziehen würde. Netzteil wieder zusammenschrauben und einbauen. Fertig.
Kleiner Tip: wenn der Lüfter ins Gehäuse statt ins Netzteil bläst, gibt es 2 Möglichkeiten:
1. man tauscht einfach die beiden Adern der Kabel miteinander
2. man dreht den Lüfter einfach um
Je nach Erfahrungsgrad des Bauherren, haben wir nach 30Minuten bis 3Stunden einen neuen PC vor uns stehen. Der braucht jetzt noch ein Betriebssystem, wobei die Auswahl recht gering ist:
Das Betriebssystem
Vista, XP, Windows Server oder Linux?
->Benutzern mit Linux-Erfahrung empfehle ich auf alle Fälle Linux!
->Vista ist ungeeignet, da es keine Funktion bietet, die nicht auch XP unserem Server bieten kann. Außerdem frisst es zuviel Ressourcen
->XP(mit SP2/3), das eigentliche Optimum für einen Emule-Server wenn man keine Linux-Kenntnisse besitzt
Ich gehe nur kurz auf XP ein, Vista ist wie gesagt denkbar ungeignet und Linux-User wissen sich eh selbst zu helfen^^ Windows Server/Home Server? noch ungeeigneter als Vista, da völlig überflüssig im Nicht-Kommerziellen Bereich bzw für einen Emule-Server!
Also, WinXP:
Die Installation sollte man schon selbst hinbekommen, ansonsten hilft hier die Boardsuche oder Google!
Welche Software muss installiert werden?:
-Treiber für das Mainboard(LAN, SATA, Grafik)
-Emule/Amule(Linux)
-Am besten SP3 und alle aktuellen Updates von MS
nachdem alle Updates eingespielt sind, sollten selbige deaktiviert werden!(Systemsteuerung-> Automatische Updates -> Automatische Updates deaktivieren) Das verhindert ungewollte und häufige Neustarts, was für den Server erstrebenswert ist. Vom Sicherheitsrisiko her ist es Problemlos vertretbar, da man nicht surft etc.
-Event ID 4226 Patcher
-Antiviren-Scanner, z.B.: Antivir
-Firewall, z.B: Sygate PFW
Anschließend Emule einrichten und lossaugen....
Tips:
-Die Festplatte sollte unbedingt Partitioniert werden, in diesem Falle reichen 10 Gigabyte für Windows völlig aus!(Temp und Incoming Ordner müssen bei vielen Downloads dann natürlich auf einer anderen Partition liegen)
-Wer einen Gigabit-Switch besitzt, sollte sich für ~10€ noch eine Gigabit-Lan Karte in den Server einbauen, um einen besseren Netzwerkdurchsatz zu erzielen.
-Um die heruntergeladenen Daten von allen Rechnern einsehen und nutzen können, sollte man sich ein kleines Heimnetzwerk einrichten. Wie das geht, steht hier
-Da es unter Windows-Freigaben oft Probleme mit Arbeitsverzeichnissen von Programmen gibt, sollten fertige Downloads nicht in den Incomming sondern in eigenen Ordner verschoben werden. Das lässt sich in den Einstellungen des Esels auch einfach automatisieren.
-Wer sich nicht traut seinen Netzteillüfter zu tauschen, kann natürlich auch den originalen benutzen, allerdings ist dieser unter Umständen nervig laut.
-Wer noch nie einen Rechner selbst gebaut hat, findet im Handbuch des Mainboards eine Beschreibung, wie man alle Bauteile(CPU, RAM, etc) steckt. Nur Mut, so schnell geht im PC nix kaputt.
-Achtet unbedingt auf eine einigermaßen saubere Kabelführung, dies vermeidet eine Hitzstau im PC!
-Fummelt nicht am Betriebssystem herrum wenn alles läuft. Ein Emule-Server braucht weder Nero noch Photoshop
-Die vielleicht wichtigste Frage: Ich habe nur einen Monitor/Maus/Tastatur?
-->Lösung: Windows Remotedesktop(Start->Zubehör->Kommunikation->Remote-Desktop)
Als Adresse einfach die IP des Emule-Servers angeben, auf selbigen sollte jedoch mindestens ein Benutzerkonto mit Passwort eingerichtet sein! Ferner muss unter Systemsteuerung->System->Remote->Remotedesktop->Benutzern erlauben..... ein Haken gesetzt werden.

Danach kann per Remote der Emule-Server von einem anderen Rechner sehr Komfortabel mit einer Maus, einer Tastatur und nur einem Monitor gesteuert werden.
Bei Linux heist die Löusng natürlich VNC.
-Wer noch einen alten Rechner zu Hause hat, kann den natürlich auch verwenden. Jedoch sollte die CPU mindestens mit 1GHz takten und 1Gigabyte RAM bleiben trotzdem empfohlen. Ferner haben alte Mainboards das Problem dass sich keine S-ATA2 HDDs anschließen lassen, wodurch eine Controller zum stecken auf PCI notwendig ist(und der kostet wiederum Geld). Außerdem bekommt man gerade für ältere Sockel nur sehr selten passive/leise Kühler und wirklich Stromsparend sind die alten CPUs auch nicht. Ein 2GHz AMD Athlon XP 2400+ verbraucht alleine schon ca 80W...mehr als unser kompletter neuer Rechner....
-Finger Weg von Komplett-Angeboten für ~250€ wie sie zum Beispiel im Conrad & Reichelt Katalog zu finden sind. Diese PCs haben veraltete Hardware, sind meist sehr laut und verbrauchen mehr Strom als 4 Server im eigenbau zusammen
viel Spaß mit dieser kleinen Übersicht und eurem neuen Emule-Server
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Server:~# apt-get install reallife -y
Paketlisten werden aufgebaut... Fertig
Abhängigkeitsbaum wird aufgebaut... Fertig
E: Konnte Paket reallife nicht finden
Server:~# verdammt nochmal...
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Geändert von dj_mytze (09.07.2008 um 22:08 Uhr).
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09.07.2008, 18:40
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#2 (permalink)
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Registriert seit: 24.09.2007
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Beiträge: 1.236
Renommee-Modifikator: 20  
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großartig! Super Arbeit, verständlich und vor allem: macht Lust es einfach zu tun!
Da ich noch meinen alten PC hier herumfliegen habe (AMD 3500+, 2GB Ram, 350W Netzteil) denke ich ernsthaft darüber nach es in die tat umzusetzen. Einfach ein wenig underclocken und los...
Wieder einmal ein geniales Tutorial vom Mytze! 
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09.07.2008, 22:05
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#3 (permalink)
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Registriert seit: 01.09.2005
Ort: near Göttingen
Beiträge: 4.891
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Jo thx, persönlich sehe ich es nicht so enge mitm Strom, aber lautstärke etc sind doch so ne sache^^
mein aktueller server müsste bei ca 70W liegen...nutze das ding ja ür sämtliche downloads, bei dsl1300 is sowas auch bitter nötig^^
und als zentraler datenspeicher will ich ihn auch net mehr hergeben...filme, games, mucke, bilder einfach von jedem rechner zu hause und mitllerweile auch weltweit zugreifen.
Die Daten sind ja eigentlich bekannt:
AMD Athlon XP @ 1,25 GHz (Downclocked)
1,5 Gig Ram
1TByte Speicher auf nem Raid 0
und natürlich Gigabit-LAN
oder so halt^^ eMule Server vorstellen
Das ganze läuft schön entspannt mit Debian Linux, alles Super...kanns eigentlich nur weiter empfehlen....
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E: Konnte Paket reallife nicht finden
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Geändert von dj_mytze (09.07.2008 um 22:10 Uhr).
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