Teile der U-Bahn-Schächte in Köln könnten wegen des offenbar betrügerischen Baupfuschs bei Hochwasser einstürzen. Stabilisierungsmaßnahmen sollen das Schlimmsteste verhindern. Nach Berichten über organisierten Betrug beim Kölner U-Bahnbau kommt am Dienstag der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) zu einer Krisensitzung zusammen. Angesichts der aufgedeckten Missstände nehmen die Spannungen zwischen dem Bauherrn KVB und den beteiligten Bauunternehmen deutlich zu. Der KVB-Vorstand hatte die in einer Arbeitsgemeinschaft (Arge) vereinten Firmen aufgefordert, bis Montag Fragen zur Sicherheitslage an den U-Bahnbaustellen zu beantworten. "Das Schreiben der Arge Nord-Süd ist eingetroffen", sagte KVB-Sprecher Franz-Wolf Ramien. "Aus Sicht der KVB ist es jedoch unbefriedigend und wird deshalb weiter geprüft."
Einsturzgefahr bei Hochwasser
Unterdessen sorgen sich die Kölner auch um die Stabilität der Baustellen bei Hochwasser. Während am Rosenmontag Hunderttausende Narren das Zentrum bevölkerten, war die Stadt damit beschäftigt, die innerstädtischen Baustellen gegen Hochwasser zu sichern. Experten haben beteuert, dass die Stabilität der Baugruben bis zu einem Pegelstand des Rheins von vier Metern gewährleistet ist. Am Montagnachmittag lag der Pegel bei 2,80 Meter. Die städtische Hochwasser-Schutzzentrale rechnet aber damit, dass der Kölner Rheinpegel in den nächsten Wochen durch Tauwetter auf bis zu acht Meter ansteigen könnte.
Steigendes Rheinwasser führt zu einem höheren Grundwasserspiegel in den U-Bahnbaustellen. Das Wasser drückt dann auf die Baustellenmauern. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass darin teilweise 83 Prozent der stabilisierenden Eisenbügel fehlen. Arbeiter sollen die Eisenbügel an Schrotthändler verkauft haben. "Wir haben bereits mit vorsorglichen Stabilisierungsarbeiten begonnen", sagte am Montag der Kölner Stadtdirektor Guido Kahlen: "Während des Rosenmontagszugs liefern die Baufirmen schon das notwendige Material in die U-Bahnbaustelle ein."
Quelle: Hochwassergefahr beunruhigt Kln - Pfusch beim U-Bahnbau - N24.de