Erste kostenpflichte Erweiterung noch immer in der Designphase
Blizzard-Mitgründer Frank Pearce hat zusammen mit Shane Dabiri, dem Produzent von World of Warcraft, der deutschen Presse den aktuellen Stand zur ersten kostenpflichtigen Spiel-Erweiterung des erfolgreichen Online-Rollenspiels präsentiert. "The Burning Crusade" hat jedoch noch immer nicht ein Beta-fähiges Stadium erreicht, so dass sich die Spiel-Gemeinde möglicherweise noch eine Weile länger gedulden muss.
World of Warcraft ist mit mittlerweile 6,5 Millionen Abonnenten das weiterhin erfolgreichste Online-Rollenspiel und hat bisher alle Erwartungen gesprengt. So gingen erste Schätzungen für Europa von maximal 250.000 Kunden für World of Warcraft aus, erreicht wurde mittlerweile gut das fünffache davon.
Um der Kundschaft neue Abenteuer und Erfahrungen zu bieten, entwickelt Blizzard schon länger an der Erweiterung "The Burning Crusade" und versorgt die Spieler nur Stück für Stück mit neuen Informationen. Vor wenigen Tagen etwa durch die Vorstellung der neuen Klassen für die neuen Rassen. So werden Horde-Spieler mit den Blutelfen die bisher für die Allianz exklusiven Paladine steuern können und umgekehrt werden die Draenei in die Shamanen-Klasse schlüpfen können. Die Mana-affinen Blutelfen können zudem als Schurken, Jäger, Priester, Magier und Hexenmeister spielen, während die Draenei auch als Krieger, Magier, Paladin, Priester und Jäger spielen können. Von den Forenteilnehmern von World of Warcraft gab es zu der Entscheidung Paladine auf der Hordenseite und Schamanen auf der Allianzseite einzuführen teils harsche Kritik. Vor allem da so die Spielbalance für Blizzard einfacher in der Handhabung werde, wie einige Spieler bemängeln.
Gegenüber den ersten Eindrücken auf der E3 2006 wurde vor allem an Details gearbeitet und der vorgeführten Preview von The Burning Crusade sah man den frühen Entwicklungsstand noch immer an: Während das Startgebiet der Blutelfen mit seinem recht beeindruckend wirkenden vertikalen Baustil einen fertigen Eindruck machte und auch die gezeigten Teile der Outlands recht fortgeschritten waren, sah das Startgebiet der Draenei (Exodar auf Azuremyst Isle, südwestlich von Teldrassil) noch immer nicht ganz fertig aus.
Selbiges galt für zwei gezeigte Dungeons in den Outlands, die ebenfalls noch ohne Monster und zum Teil auch im Design unvollständig waren. Ebenfalls unfertig waren die Übersichtskarten für die Outlands bzw. die Startgebiete der neuen Rassen. Laut Frank Pearce sollen die Outlands in etwa mit den bestehenden Kontinenten vergleichbar sein. Die Outlands können im übrigen erst nach dem bestehen eines "World Events" betreten werden. Diese Events benötigen große Teile der Serverpopulation und neigen daher aufgrund der schieren Masse an Spielern zu einem eher instabilen Spielerlebnis.
Das bereits mit Naxxramas im Patch 1.11 eingeführte Dungeon-Konzept, welches die Dungeons in handhabbare Flügel einteilt, wird auch in The Burning Crusade weiter verfolgt. Die Flügel besitzen zudem unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. So soll der Vier-Flügel-Dungeon Terokkar drei Flügel zum Hochleveln zwischen Level 60 und 70 bieten, während der letzte Flügel für 70er-Charaktere gedacht ist. Zudem kann der Schlachtzugsleiter auch den Schwierigkeitsgrad der Instanzen bestimmen und so etwa die zu erwarteten Belohnungen beinflussen.
Viele der angekündigten Neuerungen werden nicht viel Einfluss auf alte Inhalte von World of Warcraft haben ("Legacy Content"). So wird es nach derzeitigen Plänen etwa nicht möglich sein, auch bei alten Dungeons die Schwierigkeitsgrade anpassbar zu machen. Wie bereits vorher bekannt, werden Spieler ohne die Erweiterung trotzdem mit Gegenständen oder Veränderungen in Berührung kommen (Zugang zu "Portable Content"). In wie weit diese sinnvoll genutzt werden können, muss sich noch zeigen.
Es ist jedoch geplant, insbesondere für die neuen Rassen, in den Gebieten für Level 20 bis 60, neue Brücken-Quests einzubauen, außerdem soll es neue Rezepte für das Erstellen von Gegenständen zwischen den Level 10 und 70 geben, wie etwa Socketable Items. Bestehende Gegenstände werden allerdings nicht die Fähigkeit bekommen bis zu drei Sockel mit speziellen Steinen zu füllen. Für die Draenei und die Blutelfen gibt es wie erwartet komplett neue Quests für den Levelbereich 1 bis 20.
Das Blizzard-Team macht sich nur wenig Sorgen, dass die bisherigen Schlachtzugsdungeons, die vor allem für gut ausgestattete Level-60-Charaktere gedacht sind, von Spielern mit höherem Level ausgebeutet werden. Charaktere dieser Level dürften laut Pearce nicht viel Interesse daran haben, die bestehenden High-End-Dungeons nach Gegenständen zu durchsuchen, denn neue Zutaten, die für die Level 60 bis 70 Interessant sind, werden sich in den alten Dungeons nicht finden lassen. Dafür dürften diese Dungeons auch von Gelegenheitspielern besucht werden können, die sich mit der Erweiterung als Nebeneffekt Inhalte öffnen können, die für sie aus Zeitmangel nicht erreichbar waren, aber mit höherem Level leichter zu handhaben sind.
Noch steht nicht fest, wie weit ein Level-70-Charakter den jetzigen gut ausgestatteten Level 60 Charakteren überlegen sein wird und wie lange ein Level 60 Charakter benötigt um auf das Level 70 aufzusteigen. Die Spielbalance insbesondere bei dem angekündigten World-PvP, wird eine nicht zu unterschätzende Herausforderung werden, schlagen sich doch hier Besitzer der Erweiterung mit Spielern die sie nicht besitzen. Ähnliches dürfte auch für die normalen PvP-Server gelten. Blizzard will mit The Burning Crusade zwar sowieso am PvP-System und insbesondere am Ränge-System arbeiten, nähere Informationen werden jedoch erst in den folgenden Wochen bekanntgegeben, selbiges gilt für die neuen Schlachtfelder in der Erweiterung.
Spieler, die befürchten ohne die Erweiterung nicht mehr viel vom Spiel zu haben, können sich laut Blizzard entspannen. Man sei sich der Wichtigkeit der bestehenden Abonnenten bewusst und wird auch diese weiterhin mit Inhalten versorgen.
Noch während der
Präsentation kam auch das Thema zu der teils mehrfachen Lokalisierung einzelner Begriffe von World of Warcraft auf, die nicht wenige deutsche Spieler stört. Kritisch betrachtet wird vor allem der Umstand, dass erst sehr spät nach der Veröffentlichung damit angefangen wurde liebgewonnene Begriffe in der Spielwelt einzudeutschen. Frank Pearce und Shane Dabiri zeigten sich von der Kritik recht überrascht, Lokalisierungsprobleme waren ihnen noch nicht bewußt.
Interessant ist zudem, dass sich französische Spieler weniger stark daran störten. Hier spielen vermutlich kulturelle Unterschiede eine Rolle und sicher auch der Umstand, dass nicht wenige Begriffe in der französischen Sprache früher angepasst wurden, während hierzulande die englischen Begriffe zunächst beibehalten wurden um sie später dann doch - teils mehrfach - zu übersetzen. Auf Nachfrage von Golem.de, ob auch The Burning Crusade erst Patch für Patch übersetzt werde, sagte Pearce: "Wir werden sicherstellen, dass dies nicht passiert".
The Burning Crusade soll im Herbst 2006 erscheinen. Ganz so fest scheint dieser Zeitraum allerdings nicht zu sein: Auf Nachfrage drückte Frank Pearce seine Hoffnung aus, noch vor dem Ende des Jahres mit der Erweiterung fertig zu werden. World-of-Warcraft-Spieler müssen also möglicherweise noch ein wenig länger auf den brennenden Kreuzzug warten. Zur Preisgestaltung machte Pearce keine Angaben.
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http://www.golem.de/0607/46782.html
"Kane & Lynch: Dead Men" erstmals auf der Games Convention 2006 zu sehen
Eidos will auf der nahenden Games Convention 2006 ein neues Spiel der Hitman-Entwickler präsentieren. IO Interactive scheint auch mit "Kane & Lynch: Dead Men" wieder auf kontroverse Inhalte zu setzen.
Während in den Hitman-Spielen ein Auftragskiller gespielt wird, dreht sich das als 3D-Action-Thriller angekündigte "Kane & Lynch: Dead Men" um die laut Eidos "gewalttätige und chaotische Reise" zweier Männer. Der eine ist ein zwielichtiger Söldner, der andere ein unter Medikamenten stehender psychopathischer Mörder - beide warten auf ihre Hinrichtung. Das Spiel soll sich um die jeweiligen brutalen Einstellungen von Falsch und Richtig des fragilen Teams drehen. Eidos verspricht, dass IOs kommendes Spiel mit einem düsteren Realismus vor allem bei der Grafik aufwarten wird.
Auf der Games Convention 2006 (24. - 27. August) in Leipzig soll das für Windows-PCs und Xbox 360 angekündigte "Kane & Lynch: Dead Men" erstmals vorgestellt werden. Fertig werden soll es aber erst im Laufe des Jahres 2007.
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http://www.golem.de/0607/46804.html
Ascaron liefert buntes Weltraumabenteuer für PCs
Mit Darkstar One lädt Ascaron zum Handeln, Schmuggeln und Kämpfen im Weltraum ein. Zu den Vorbildern des Spiels zählen Elite, Privateer und Freelancer. Die für die Rahmenhandlung sorgende Hintergrundgeschichte stammt aus der Feder einer deutschen Science-Fiction-Autorin.
Anfangs wirkt die von Claudia Kern stammende Story recht platt, gewinnt dann aber im Verlauf etwas an Tiefgang: Der junge Geleitschutzpilot Kayron Jarvis erbt das modular erweiterbare, mächtige und geheimnisvolle Raumschiff seines ermordeten Vaters. Im Verlauf des Spiels geht es darum, die Mörder zu finden und herauszubekommen, was es mit dem "Darkstar One" genannten Erbstück auf sich hat. Zur gleichen Zeit droht der galaktische Frieden zwischen Menschen und nicht-menschlichen Lebensformen aufgrund einer unbekannten Macht und wachsender krimineller Machenschaften in einen intergalaktischen Krieg umzukippen.
Das zu steuernde Schiff bleibt während des Spielens immer die Darkstar One. Es lässt sich allerdings bei der Ausstattung modifizieren: Durch finden von Alien-Artefakten können Bug, Rumpf und Heck verbessert werden, was sich auf Wendigkeit, Stabilität, Energie und die Zahl der Waffen auswirkt. Neben Projektil- sowie Energiewaffen gibt es auch Raketenwerfer und automatische Waffensysteme. Die Alien-Technik der Darkstar One wartet zudem mit einer besonderen Schild- und Waffentechnik auf, die separat verbessert wird und nach einer Nutzung einige Zeit zum Wiederaufladen braucht.
Zur weiteren erwerbbaren Ausrüstung zählen etwa reichweitenstärkere Antriebe, bequeme Landecomputer, zusätzliche Transportdrohnen, Antriebs-, Energie- und Schildverbesserungen oder Raketen-Abwehrsysteme. Aber auch einmalig benutzbare Erweiterungen für Energieschübe, mehr Schubkraft oder für Reparaturen im freien Raum sind zu haben. Je nach Ausbaustufe kann dabei nur eine bestimme Zahl an Schiffssystemen genutzt werden. Allerdings lassen sie sich sogar im Flug austauschen, so dass genügend Möglichkeiten zum Taktieren existieren. Geschicklichkeit mit Maus oder Joystick sind dennoch gefragt, wenn die vielen Gefechte überlebt werden wollen.
Die meiste Zeit des Spiels befindet sich der Kayron im Raumschiff und düst durch das Weltall - zwischen Sternsystemen wird per Sprungtor gereist. Je nachdem ob der Spieler nun eher als Händler, Söldner, Schmuggler, Pirat oder Kopfgeldjäger - oder als ein bisschen von allem - tätig ist, werden die Schiffe der Piraten und Sicherheitskräfte reagieren. Die Kämpfe dauern in der Regel nicht lange, es gibt allerdings einige größere Missionen, in denen schon sehr genau auf das eigene und zu beschützende Schiff aufgepasst werden muss.
Geld kann in Darkstar One mit vielen Methoden verdient werden: Beim Handel hilft eine Übersicht der Hauptprodukte einer Welt. Illegale Waren sollten am besten schleunigst in die Station gebracht werden - an den Polizeischiffen vorbei. Die passenden Durchsagen in den Raumstationen sind mitunter recht witzig, da wird Videospielschmugglern schon mal das Abhacken ihrer Hände angedroht.
Einige Systeme sind in Piraten-Hand und müssen so oder so befreit werden. Als Belohnung kann das Schiff verbessert werden. Häufiger finden sich die dazu nötigen Artefakte jedoch in großen Asteroiden, die es zu durchfliegen gilt. Manche Systeme müssen erst durch Missionen freigeschaltet werden, andere dürfen angereist werden, sobald benachbarte Systeme entdeckt oder Geld in stärkere Schiffsantriebe investiert wurde. Ganz selten kann im Rahmen von Missionen auch mal über Planeten geflogen werden, etwa um Schutzschild-Generatoren auszuschalten. Allerdings wird hier nur durch Canyons manövriert, die Todesstern-ähnlich mit einigen Geschützen, Minen und etwas fliegender Gegenwehr aufwarten.
Die Steuerung fällt leicht, das Schiff lässt sich mit Tastatur und Maus gut kontrollieren, so dass der alte Joystick nicht zwangsweise ausgegraben werden muss. Die Orientierung ist ebenfalls recht einfach, das Radar im Elite-Stil zeigt mit Hilfe von Balken an, wo und in welcher Position sich erkannte Objekte befinden. Die Darkstar-One-Grafik ist ordentlich, aber nicht aufsehenerregend. Von der Farbgebung erinnert sie etwas an Freelancer, die Raumschiffe haben aber ihren eigenen Stil.
Nach einem von Ascaron veröffentlichten Patch auf die Version 1.1 wurden einige nervige Probleme beseitigt, einige davon hatten mit der Grafikleistung zu tun. Zwischendurch gab es immer wieder mal sekundenlange Aussetzer beim Flug in einen Asteroiden - offenbar kam das Spiel beim Laden aus dem Tritt. Das Problem scheint sich aber mit einem neueren Grafikkartentreiber erübrigt zu haben. Weniger angenehm ist der nervige CD-Check, der auf unserem Testrechner teils recht lange braucht, um sich zu vergewissern, dass ein Original eingelegt ist.
Darkstar One ist bereits im Handel erhältlich und für rund 40,- Euro zu haben. Entwickelt wurde das Windows-PC-Spiel im Gütersloher Entwicklungsstudio von Ascaron unter der Leitung von Daniel Dumont, der u.a. für Port Royale 2 verantwortlich zeichnet.
Fazit:
Darkstar One ist ein solides Spiel mit kurzweiligen Weltraumgefechten, das sich vor allem an Einsteiger richtet. Das Zeug zu einem Kultspiel hat es aber nicht. Dazu wirkt Darkstar One dann doch etwas zu linear, die Story braucht ihre Zeit um an Fahrt zu gewinnen und es gibt zu wenig Tiefgang für erfahrene Weltraumentdecker. Die seltenen Flugeinlagen über Planeten und das auf das Abschießen von Asteroiden beschränkte Erzschürfen enttäuschen eher. Ebenso ist das Ergattern der zur Schiffsverbesserung nötigen Artefakte keine echte Herausforderung. Dennoch schadet es nicht, als Fan von Weltraumabenteuern und fernen Welten einen Blick auf das Spiel werfen, von dem es hoffentlich irgendwann einen Nachfolger mit mehr spielerischer Tiefe gibt und der sich weniger an Einsteigern orientiert.
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http://www.golem.de/0607/46760.html