Time Warner nimmt Google und YouTube ins Visier
Mögliche Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen in Video-Gemeinschaften
Google hat zwar zeitgleich mit dem Kauf der Video-Community YouTube einige Inhalte- und Werbe-Partnerschaften mit Plattenfirmen geschlossen, auch um damit Klagen wegen Urheberrechtsverletzungen seitens der Nutzer aus dem Weg zu gehen. Die Filmstudios und Fernsehsender sehen sich durch in YouTube eingestellten Filme und Serien aber ebenfalls geschädigt und drängen auf eine Lösung - der Time-Warner-Chef hat Google nun gedroht.
Fast parallel mit der Übernahme-Meldung vermeldeten Google und YouTube unabhängig voneinander Inhalte- und Werbe-Partnerschaften mit diversen großen Medienunternehmen. Google arbeitet mit Sony BMG Music und der Warner Music Group zusammen, während YouTube mit CBS, Sony BMG Music und Universal Music gemeinsame Sache machen wird.
Von den Kunden selbst erstellte Videos werden oft musikalisch durch bekannte Musikstücke unterlegt. Bei der Zusammenarbeit mit den Inhalteanbietern wird es nicht nur darum gehen, Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden, sondern letztlich ums Geldverdienen, was manche YouTube-Nutzer schon um ihre bevorzugte Community bangen lässt.
Gegenüber der britischen Zeitung Guardian erklärte nun Dick Parsons, Chairman und Chief Executive Officer von Time Warner, dass die Gruppe ihre Urheberrechtsbeschwerden gegen YouTube weiter verfolgen werde. Zu Time Warner zählen unter anderem auch das Hollywood-Studio Warner Bros und der Pay-TV-Sender HBO, die Sorgen wegen illegaler Nutzung ihrer Inhalte auf YouTube haben. Die Warner Music Group zählt nicht mehr zu Time Warner.
Gegenüber dem Guardian erklärte Parsons: "Sie können davon ausgehen, dass wir in Verhandlungen mit YouTube sind und dass diese auf die Google-Ebene gehoben werden, in der Hoffnung zu einem akzeptable Punkt zu kommen." Google hat einen deutlich höheren Börsenwert als Time Warner. Dennoch habe Googles Kauf von YouTube keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt, Urheberrechtsverletzungen auf YouTube verfolgen zu wollen, so Parsons. Man müsse die eigenen Urheberrechte schützen, da es sonst schwerer werde sie gegenüber weiteren Parteien zu wahren.
Die Inhalte der Time-Warner-Töchter würde Parsons jedoch gerne weiter auf Videoplattformen wie von Google und YouTube sehen, "auf einer Basis welche unsere Rechte als Urheber der Inhalte respektiert." Auch andere Inhalteanbieter sollen anfangen mit der Idee zu liebäugeln, Geld mit den Nutzern von Video-Gemeinschaften verdienen zu können. Immerhin sollen sich auf YouTube rund 35 Millionen Nutzer tummeln - viele potenzielle Kunden. Ob diese beispielsweise auch dafür zahlen wollen, private Videos kostenpflichtig mit Musik unterlegen zu wollen, bleibt abzuwarten.
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