Der peinliche Patzer war das Resultat eines Serverausfalls bei Microsoft. Das System vergleicht die Seriennummern von Windows mit bereits registrierten Produkten und stellt so die Echtheit des Produkts fest. Die Panne trat am vergangenen Samstag gegen 2:00 Uhr deutscher Zeit auf. Eine Echtheitsüberprüfung muss Windows nach jeder Neuinstallation über sich ergehen lassen. Aber auch vor der Installation von Microsoft-Tools wie dem Internet Explorer 7 wird das System geprüft. Nach der Logik des Windows Genuine Advantage (WGA) wird im Fall einer fehlgeschlagenen
Prüfung Windows Vista bis auf wenige Features zurückgefahren – keine schicke Aero-Oberfläche und nur eingeschränkte Verwendbarkeit des eigenen Computers. XP nervt die Kunden derweil mit einem dauerhaften Hinweis. In den Support-Foren des Softwareriesen kochte schnell der Zorn der Kunden über.
Die Microsoft-Foren quollen über vor Beschwerden. "Das ist eine echte Schande!", machte ein Forenteilnehmer seinem Unmut Luft. Ein Anderer schrieb: "Ehrliche Kunden wie Kriminelle zu behandeln hilft bestimmt dabei, die eigene Software zu verkaufen." Andere Foreneinträge zeigten, dass viele Nutzer offenbar lange auf Unterstützung von Microsoft warten mussten. Erst gegen Samstagabend verriet Alex Kochis, Produktmanager für das WGA-Tool, in seinem Weblog einen Ausweg aus der Misere: Das Problem sei behoben, allen Betroffenen stünden nach einer erneuten Aktivierung wieder alle Funktionen von Vista zur Verfügung.
WGA schon lange in der Kritik
Der Patzer kommt für Microsoft zur Unzeit. Schon seit längerem kritisieren Kunden und Datenschützer WGA als zu restriktiv und mitteilsam. So erstellt das Anti-Piraten-Tool ein eindeutiges Profil des Computers, auf dem Windows installiert wurde: Hersteller, Modell, Seriennummer und ID des installierten Betriebssystems bis hin zur BIOS-Version. Die Daten werden an das Software-Unternehmen gemeldet und dort unter einer eindeutigen ID gespeichert. In unregelmäßigen Abständen nimmt das System erneuten Kontakt mit Microsoft-Servern auf, ganz ohne dass der Nutzer etwas davon bemerkt. Die Maßnahme, die eigentlich Piraten aushebelnd soll, verärgert immer wieder ehrliche Kunden. Denn auch wer nichts zu verbergen hat, freut sich nicht unbedingt darüber, mit einem "Fingerabdruck" seines Systems und einer eindeutigen Nummer gespeichert zu sein.
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Von mir aus können sie es gleich abschalten, bringt ja sowieso nichts da ja angeblich 20% der Lizenzen in den USA gefälscht sind...