Spätestens seit den Revolvergeschichten aus England ist die Formel-1-Szene in Aufruhr. Läuft da wirklich was zwischen Schumi und Mercedes? Sehen die Fans den Rekordchampion tatsächlich noch einmal in einem Formel-1-Auto um die WM kämpfen? Die Gerüchte scheinen keineswegs völlig aus der Luft gegriffen, das lassen die Statements aus Michael Schumacher Umfeld (Sprecherin Sabine Kehm: "Eine Rückkehr in die Formel 1 ist sehr unwahrscheinlich, aber man sollte niemals nie sagen…") und die Meinungen von Experten wie Eddie Jordan ("Es wird so kommen") vermuten.
Schumi-Berater Willi Weber bestätigte der 'Bild', dass der Rekord-Weltmeister mit Mercedes intensive Gespräche geführt hat: "Ich weiß, dass Michael am Rande des Großen Preises von Abu Dhabi mit Herrn Zetsche und Mercedes gesprochen hat." Auch die Nackenprobleme, die das Comeback in der vergangenen Saison bei Ferrari platzen ließen, stehen einer Fortsetzung seiner Karriere nicht mehr im Weg. "Ich habe neulich mit Dr. Peil gesprochen. Er sagt, Michaels Genesung macht gute Fortschritte. Er ist sehr zufrieden", so Weber.
Auch Norbert Haug spielt genüsslich mit den Spekulationen über den Fahrer-Coup schlechthin. "Lassen Sie sich überraschen", sagte er in einem Interview mit der 'Bams'. Er sei sich ziemlich sicher, "dass unsere Wahl" den Fans "gefallen wird".
"Es gibt immer Spekulationen in diesem Sport, besonders natürlich dann, wenn Cockpits noch nicht besetzt sind. Und es gibt Träume - und das ist auch gut so. In Erfüllung gehen diese Träume deshalb noch lange nicht", sagte er vage und gestand: "Für mich ist jetzt gerade einer in Erfüllung gegangen, und damit bin ich voll und ganz zufrieden."
Ein klares Dementi sieht anders aus. Haug genießt zumindest die Publicity, die ihm und Mercedes die Schumi-Gerüchte einbringen. Auch wenn sie sich im Nachhinein als unwahr herausstellen sollte. Tatsache ist auch, dass Mercedes noch keinen Fahrer für 2010 verpflichtet hat. "Alle, die fähig sind, stehen auf dem Zettel", sagte Haug: "Mit allen Fahrern, mit denen wir sprechen, haben wir Vertraulichkeit vereinbart."
Schumacher selbst, derzeit zum Kartfahren in Las Vegas unterwegs, hat sich zu den Spekulationen noch nicht geäußert. "Wir sind jetzt hier in Las Vegas, und ich freue mich sehr auf diese Veranstaltung", ließ er auf seiner Homepage wissen: "Für mich ist Kartsport immer noch die beste aller Schulen für Motorsportler, nur hier kannst du den Zweikampf und die technischen Details so gut lernen."
Sollte der erfolgreichste Rennfahrer der Geschichte, der im Januar 41 Jahre alt wird, tatsächlich als Mercedes-Pilot in die Formel 1 zurückkehren, würde sich für beide Seiten ein Kreis schließen. 1990 wurde der damals 21-Jährige Werksfahrer im Mercedes-Junior-Team, das mit knapp 1000 PS starken Prototypen in der Sportwagen-Weltmeisterschaft startete.
Unter der Regie des damaligen Rennleiters Jochen Neerpasch ging Schumacher ebenso wie seine späteren Formel-1-Kollegen Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger durch die harte Mercedes-Schule, die er als voll ausgebildeter Profi Ende des Jahres verließ. 1991 fuhr er dann in Spa im Team von Eddie Jordan sein erstes Formel-1-Rennen - der Rest ist Geschichte.
Quelle: Haug geniet Schumi-Gerchte - sport.de